Guten Makler erkennen: Die wichtigsten Kriterien

Kaum ein Berufsstand hat eine so gespaltene Reputation wie der des Immobilienmaklers. Das liegt auch daran, dass die Spannweite real ist: Zwischen dem Gelegenheitsvermittler, der Türen aufschließt und Provisionen kassiert, und dem Profi, der eine Transaktion über Monate steuert, liegen Welten. Für Verkäufer und Käufer lohnt es sich deshalb, die Unterschiede zu kennen — sie entscheiden über Preis, Dauer und Nerven.
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Das erste Signal: die Bewertung
Der verlässlichste Charaktertest kommt gleich am Anfang. Ein guter Makler bewertet die Immobilie nachvollziehbar — mit Vergleichsobjekten, Marktdaten und einer ehrlichen Einschätzung, auch wenn sie unter der Erwartung des Eigentümers liegt. Das Warnsignal dazu heißt in der Branche „Einkaufspreis": Manche Vermittler nennen bewusst überhöhte Werte, um den Auftrag zu bekommen, und verhandeln den Preis später schrittweise nach unten — Monate und Marktvertrauen gehen dabei verloren. Faustregel: Wer die höchste Zahl nennt, ist selten der beste Makler. Wer die Zahl am besten begründet, meistens schon.
Handwerk sichtbar gemacht
Gute Maklerarbeit lässt sich an Äußerlichkeiten ablesen, die keine sind: vollständige Unterlagen vor Vermarktungsstart, professionelle Fotos statt Handybildern, ein Exposé, das Fragen beantwortet statt sie zu erzeugen, strukturierte Besichtigungen mit vorqualifizierten Interessenten statt Massenterminen. Dahinter steht ein Prozessverständnis, das im entscheidenden Moment Geld wert ist — bei der Verhandlung, bei der Bonitätsprüfung des Käufers, bei der Vorbereitung des Notartermins. Ein Profi kann zu jedem Zeitpunkt sagen, wo die Transaktion steht und was als Nächstes passiert.
Fragen, die Klarheit schaffen
Wer prüfen will, braucht keine Fachkenntnis, nur die richtigen Fragen: Wie viele Objekte dieser Art haben Sie in dieser Lage zuletzt verkauft? Wie kommen Sie auf Ihre Preisempfehlung? Wie sieht Ihr Vermarktungsplan konkret aus, und in welchem Rhythmus berichten Sie? Was passiert, wenn sich in acht Wochen kein Käufer findet? Ausweichende Antworten sind selbst eine Antwort. Und schließlich der Blick auf die Spuren im Netz: Bewertungen, Referenzen, Präsenz und Berichterstattung verraten heute viel darüber, ob jemand seine Arbeit im Licht oder lieber im Halbschatten macht — seriöse Profis haben nichts zu verstecken und zeigen das auch.
Häufige Fragen
Woran erkennt man einen seriösen Makler?
An überprüfbarer Marktkenntnis (nachvollziehbare Bewertung statt Wunschpreis), Referenzen aus der Umgebung, klarer Kommunikation über Vorgehen und Kosten — und daran, dass er auch von einem Auftrag abrät, wenn er nicht passt.
Welche Fragen sollte man einem Makler stellen?
Wie kommt Ihre Preiseinschätzung zustande? Wie viele vergleichbare Objekte haben Sie zuletzt vermittelt? Wie qualifizieren Sie Interessenten? Welche Leistungen enthält die Provision konkret?
Was kostet ein Makler — und wer zahlt?
Beim Wohnungs- und Hausverkauf teilen sich Käufer und Verkäufer die Provision in der Regel; üblich sind insgesamt fünf bis sieben Prozent inklusive Umsatzsteuer, regional unterschiedlich und verhandelbar.

Sabine Roth schreibt bei Immobilienjournal24 über Wohnen, Mieten und die Ratgeberthemen, mit denen Eigentümer und Mieter im Alltag wirklich zu tun haben. Sie kommt aus dem Verbraucherjournalismus und hat dort gelernt, Kleingedrucktes zu Ende zu lesen. Zum Profil →



